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Solothurner Tagblatt

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Originalabschrift vom Solothurner Tagblatt
Ryser Michelle:

Den ersten Rang knapp verpasst

Mit 16 Jahren steht Michelle Ryser aus Lohn-Ammannsegg bereits auf den Brettern, die die Welt bedeuten: Das Gesangstalent hatte letzten Samstag einen Auftritt in der Samstagabendsendung «Musikantenstadl».

Michelle Ryser. Ein Name, den man sich merken muss: Die 16-jährige Schülerin will ganz nach oben. Musik ist ihr Leben. Etwas schüchtern sitzt sie in der Küche ihres Elternhauses in Lohn-Ammannsegg. Sie lächelt verschmitzt und streicht sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht.

«Wir sind gerade von Österreich zurückgekehrt, wo Michelle beim Nachwuchswettbewerb im Musikantenstadl teilnehmen durfte. Wir müssen uns zuerst wieder ein bisschen zu Hause zurechtfinden», scherzt Fredy Ryser, Vater der jungen Künstlerin. Er will damit die Zurückhaltung seiner Tochter erklären. Schliesslich lebte man für zwei Tage in einer Glitzer- und Glamourwelt.

Letzten Samstag nämlich stand Michelle in Dornbirn mit prominenten Sängern und Künstlern in der bekannten Fernsehshow mit Andy Borg auf der Bühne – und das vor 8Millionen Zuschauern. Eine grosse Chance für Michelle, die sie sich natürlich nicht entgehen liess.

Musik im Blut

Bei einem Auftritt an einem Muttertags-Konzert in Zürich hörte Kurt Zeiter von der Plattenfirma Tyrolis die junge Sängerin und lud sie spontan ein, die Schweiz beim Nachwuchswettbewerb in der TV-Show «Musikantenstadl» zu vertreten. Michelle war sofort Feuer und Flamme und studierte das Musikstück «Wo sind die echten Kerle» innert ein paar Stunden wie ein Vollprofi ein.

Die Musik liegt ihr im Blut. Schon im zarten Alter von 7 Jahren hat sie in Lohn an Mini-Playback-Shows teilgenommen und am «Härdöpfufescht» im Dorf kletterte Klein-Michelle sogar auf die Bühne und tanzte vor Publikum. «Ich glaube, ich habe schon getanzt, als ich noch gar nicht laufen konnte», lacht sie.

Bei ihrem Lieblingsthema Musik taut sie auf und ihre ganze bis anhin versteckte Abenteuerlust und Emotionalität kommt zur Vorschein.

Unheimlich aufregend

«Ich bin musikalisch in jeder Sparte daheim, ob Rock, Pop oder Schlager: Ich singe alles, was mir gefällt.» Diese Flexibilität half ihr letztlich bei ihrem grossen Auftritt im Fernsehen, wo sie mit dem Country-Lied «Wo sind die echten Kerle» nur knapp den ersten Rang verpasste.

Michelle erinnert sich und beginnt nun ohne Punkt und Komma zu erzählen: «Es war alles unheimlich aufregend. Die vielen Leute und vor allem die vielen Kameras.» Dauernd habe man ihr das Gesicht nachgepudert, erzählt sie. Sogar neue Schuhe habe man ihr kurz vor der Sendung noch schnell besorgt, da den Verantwortlichen ihre eigenen nicht passten. Sechs Kameras waren beim Auftritt auf die 16-Jährige gerichtet und immer wieder musste sie das rote Licht suchen, «aber ganz diskret», wie sie erzählt – schliesslich schauten 8 Millionen Leute zu.

Fehlerfrei absolvierte sie ihre Show. Winkte auch beim Finale wie ein alter Hase in die richtige Kamera. Michelle schmunzelt. Damit, dass sie nun auf einmal von Fans belagert wird, hat sie nicht gerechnet. Etliche Autogrammkarten wurden von Michelle verlangt. Karten die sie noch gar nicht hat.

Michelle will singen, tanzen und schauspielern, und kein grosses Aufheben darum machen. Am liebsten würde sie einmal in der TV-Serie «Gute Zeiten, schlechte Zeiten» mitwirken.

Zur Zeit übt sie sich als Solistin für das Musical «Linie 1», das im Parktheater Grenchen ab Januar 2009 aufgeführt wird.

Gefragtes Jungtalent

Ihr Vater macht das Management, erledigt die Schreibarbeit und verspricht, bald eine eigene Homepage für seine Tochter einzurichten. Denn seit dem Fernsehauftritt sei seine Mailbox überfüllt. Alle wollen Michelle. Bald soll sie auch in der Telebärn-Stubete einen Auftritt absolvieren. Die vielen Angebote werden aber vorher genau geprüft – nach dem Motto: Alles kann, nichts muss.

Nun geniesst Michelle aber erstmal ihre Schulferien. Im August wird sie die Kantonsschule besuchen, mit dem Ziel Lehrerin oder Physiotherapeutin zu werden. «Ich weiss, das passt nicht wirklich zusammen. Aber ich will etwas Seriöses in der Tasche haben, falls es mit der Musikkarriere nicht klappt», sagt sie, unterstreicht aber gleich, dass sie dreimal in der Woche Tanzunterricht und mindestens einmal wöchentlich Gesangstunden nimmt. Anja-Maria Stampfli